Plant ihr einen Urlaub mit dem Wohnmobil? Dann fragt ihr euch sicherlich auch, welche Spritkosten auf euch zukommen. Vor allem bei einer längeren Tour durch Australien, Neuseeland, Amerika oder andere Fernziele ist der Wohnmobil-Verbrauch für die Reisebudgetplanung wichtig. Wir erklären, mit welchen Kosten ihr rechnen müsst und welche Faktoren ihr berücksichtigen solltet.
Allgemeine Hinweise zum Wohnmobil-Spritverbrauch

Wie viel Sprit ein Wohnmobil verbraucht, ist nicht nur abhängig von der Fahrstrecke, sondern auch von euch und eurem Camper. Diese Faktoren spielen beim Spritverbrauch des Wohnmobils eine Rolle:
Wohnmobil-Typ: Ein kleiner Campingbus verbraucht weniger Kraftstoff als ein Luxus-Wohnmobil.
Motor: Dieselmotoren sind effizienter als Benzinmotoren und verbrauchen deshalb weniger Sprit.
Beladung des Wohnmobils: Bei Reisen zu zweit mit leichtem Gepäck an Bord kommt ihr vergleichsweise günstiger davon als in einem voll beladenen Fahrzeug mit vielen Fahrgästen.
Fahrweise: Mit eurer individuellen Fahrweise könnt ihr den Wohnmobil-Spritverbrauch stark beeinflussen. Wer ständig Gas gibt und wieder abbremst, wird mehr verbrauchen als jemand, der gemäßigt in konstantem Tempo unterwegs ist.
Lesetipp: In unserem Blog-Artikel zum nachhaltigen Camping-Urlaub findet ihr nützliche Hinweise, wie ihr das Wohnmobil sicher und leicht beladen und so beim Fahren Sprit sparen könnt.
Wohnmobil: Verbrauch der verschiedenen Typen

Egal, ob ihr euch für einen wendigen Kastenwagen oder ein komfortables Alkoven-Modell entscheidet – jeder Wohnmobil-Typ hat seinen ganz eigenen Charme. Beim Spritverbrauch des Wohnmobils gilt allerdings: je größer, desto mehr Benzin bzw. Diesel verbraucht das mobile Heim.
Wir haben hier eine kleine Tabelle zusammengestellt, in der ihr den durchschnittlichen Verbrauch von Wohnmobilen je nach Typ vergleichen könnt. Beachtet dabei, dass es sich hier um Richtwerte handelt! Der endgültige Verbrauch ist von Campertyp, Motor, Ladegewicht und Fahrweise abhängig.
Wohnmobil-Typ | Durchschn. Verbrauch auf 100 km |
Kastenwagen | 9-10 l |
Teilintegriertes Wohnmobil | 10-11 l |
Vollintegriertes Wohnmobil | 12 l |
Alkoven-Wohnmobil | 13 l |
Allrad-Camper | 16 l |
Truck-Camper | 20 l |
Wohnmobil-Verbrauch: Spritkosten in eurem Reiseland

Damit der Spritverbrauch des Wohnmobils nicht das Reisebudget sprengt, könnt ihr ihn vorab grob berechnen. Informiert euch dazu über die Länge der Fahrstrecke und den Spritverbrauch eures Wohnmobil-Typs. Recherchiert außerdem im Internet die aktuellen Preise für Benzin oder Diesel im Zielland, um so auszurechnen, welche Spritkosten auf euch zukommen.
Wir haben die Diesel- und Benzinpreise pro Liter im September 2024 geprüft und hier aufgelistet, damit ihr sie als Richtwert für die Berechnung nutzen könnt. Die umgerechneten Durchschnittspreise für die beliebtesten Wohnmobil-Reiseziele könnt ihr der folgenden Tabelle entnehmen (Stand: 09/2024, Angaben ohne Gewähr):
Land | Dieselpreis pro Liter | Benzinpreis pro Liter |
Australien | 1,05 € | 1,02 € |
Neuseeland | 1,08 € | 1,61 € |
USA | 0,87 € | 0,87 € |
Kanada | 1,09 € | 1,18 € |
Deutschland | 1,56 € | 1,67 € |
Finnland | 1,67 € | 1,78 € |
Frankreich | 1,61 € | 1,72 € |
Island | 2,04 € | 2,03 € |
Italien | 1,68 € | 1.81 € |
Niederlande | 1,68 € | 1,96 € |
Norwegen | 1,65 € | 1,83 € |
Portugal | 1,52 € | 1,68 € |
Schweden | 1,52 € | 1,51 € |
Spanien | 1,41 € | 1,54 € |
Eine Übersicht über aktuelle Spritpreise auf der ganzen Welt findet ihr auf de.globalpetrolprices.com.
Beispielrechnung: Wenn ihr eine Rundreise durch den Westen der USA mit einem großen Wohnmobil (13 l/100 km) plant, insgesamt ca. 2.800 km unterwegs seid und umgerechnet ca. 0,87 € pro Liter bezahlt, beträgt der Spritverbrauch für das Wohnmobil ungefähr 315 €.
Wohnmobil-Verbrauch & Kosten: Besonderheiten in Down Under und Nordamerika

In Neuseeland und Australien werden Wohnmobile fast immer mit Diesel betrieben. Das klingt erstmal vorteilhaft – jedoch erhebt Neuseeland eine sogenannte Road User Charge (RUC). Das ist eine Dieselsteuer, die für Wohnmobile etwa 76 NZD pro 1000 km kostet. Dies solltet ihr bei der Budgetplanung bedenken. Anders als Neuseeland verlangt Australien keine Dieselsteuer.
Achtung: Rund alle drei Jahre wechseln die neuseeländischen Vermieter die Fahrzeuggruppen. Es kann also sein, dass sie auch mal Benzin-Wohnmobile im Angebot haben, weil es beide Varianten in derselben Gruppe gibt. Allerdings erfahren die Kunden aus logistischen Gründen erst vor Ort, ob ihr Wohnmobil nun mit Diesel oder Benzin läuft.
In den USA und Kanada werden die meisten Wohnmobile mit Benzin angetrieben. Durch die geringeren Benzinkosten ist der Spritverbrauch hier trotzdem günstiger als z. B. in Deutschland. Dieselmotoren sind vor allem in kleineren Vans verbaut und nur selten in großen Wohnmobilen. Bei einer längeren Reise kann sich allerdings ein Diesel-Wohnmobil lohnen. Diese können etwas teurer in der Miete sein, aber der Aufpreis gleicht sich über die lange Strecke und den niedrigen Spritverbrauch wieder aus.
Fazit: Wohnmobil-Verbrauch und Spritkosten im Urlaub
Im Camping-Urlaub geht es vor allem um eins: entspannen, die Natur genießen und neue Regionen entdecken. Damit ihr das sorgenfrei tun könnt, solltet ihr euch schon vorher über die Spritkosten im Reiseland und den Verbrauch eures Wohnmobils informieren. Das Modell und der Motor können schon einiges beim Spritverbrauch ausmachen. Mit vorausschauender Fahrweise und optimaler Beladung seid ihr besonders sparsam unterwegs.